Berufsunfähigkeit durch Corona

Eine Covid-19 Erkrankung kann auch im Versicherungsrecht, insbesondere im Berufsunfähigkeitsversicherungsrecht eine erhebliche Bedeutung gewinnen.

Gerade Menschen, die an einem schweren Verlauf erkrankt waren und/oder unter „Long Covid“ leiden, sollten Ansprüche aus einer bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen.

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Covid-19 – Wer bekommt Post Covid / Long Covid?

Von einem Long-Covid-Syndrom sprechen Ärzte, wenn Patienten vier bis zwölf Wochen nach einer Covid-19-Erkrankung immer noch krank sind oder neue Symptome entwickeln.

Sind sie länger als 12 Wochen krank und die Beschwerden nicht mit anderen Diagnosen erklärbar, besteht ein Post-Covid-Syndrom. Im Schnitt entwickeln nach aktuellem Kenntnisstand zehn bis 15 Prozent der Covid-19-Erkrankten ein Post-Covid-Syndrom, unabhängig von Vorerkrankungen oder der Art des Krankheitsverlaufs (leicht, mittel oder schwer). Das heißt, dass etwa jeder zehnte Patient mit Covid-19-Infektion an Post/Long-Covid leidet.

Ähnliche körperliche oder psychosomatische Beschwerden und eine hohe psychosoziale Belastung können das Risiko erhöhen, am Post-Covid-Syndrom zu erkranken. Genaue Fallzahlen gibt es nicht, denn über die Spätfolgen einer Covid-19-Erkrankung ist noch viel zu wenig bekannt und die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen äußerst schwierig. Das gilt besonders bei Kindern, die zwar meist nur leicht erkranken, aber in seltenen Fällen ein Post-Covid-Syndrom entwickeln können.

Welche Ursachen hat Post-Covid?

Die genauen Ursachen, warum sich ein Post-Covid-Syndrom entwickelt, sind noch nicht bekannt. Ein Grund könnte sein, dass das Virus oder Virusbestandteile über Wochen und Monate im Körper bleiben. Ein weiterer Grund könnten andauernde strukturelle Gewebeschäden sein, die auch nach der Infektion noch vorhanden sind – inklusive: Zellschäden in den Wänden der Blutgefäße und gestörte Bindung kleinster Blutgefäße im Gewebe, erhöhte Blutgerinnung und Thrombosen, eine Aktivierung / Reaktion des Autoimmunsystems durch die Virusinfektion, keine zuverlässige Regelung des Blutdrucks mehr sowie mögliche Nebenwirkungen der Covid-19-Therapie (zum Beispiel Beatmung, intensivmedizinische Behandlung).

Post Covid / Long-Covid –
Was sind die häufigsten Symptome?

Als „sehr häufige Symptome“ führt die neue S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID (Stand: 17.8.2021) auf: Fatigue (ein schwerwiegender Erschöpfungszustand), Kurzatmigkeit, Leistungs-/Aktivitätseinschränkungen, Kopfschmerzen sowie Riech- und Schmeckstörungen. Häufig treten auf: Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, Schlafstörungen, Husten, Depressionen, Angststörungen (z. B. bei überleben eines schweren Verlaufs oder intensivmedizinischer Behandlung), kognitive Einschränkungen oder Haarausfall.

Das Post-Covid-Syndrom kann Betroffene monatelang oder langfristig außer Gefecht setzen, zu starken Lebenseinschränkungen und Berufsunfähigkeit führen.

Impfdurchbrüche –
Kann Post Covid / Long-Covid auch Geimpfte treffen?

Erkranken vollständig gegen Corona Geimpfte an Covid-19 spricht man von Impfdurchbrüchen. Erste Anhaltspunkte für eine Reinfektion und die Entwicklung eines Long-Covid-Symptoms bei Geimpften gibt es, aber hier ist noch ein großer Forschungsbedarf.

Was tun, wenn die Covid-19-Symptome nicht weggehen?

Der Leitfaden nennt als ersten Ansprechpartner für Patienten mit langfristigen Covid-19-Symptomen den Hausarzt oder die Hausärztin. Diese sollen bei der Behandlung von Patienten nach einem konkreten Stufenplan vorgehen – je nach Krankheitsverlauf und Symptomen. Der Leitfaden für Ärzte soll konsequent aktualisiert werden, wenn es neue Erkenntnisse gibt. Seit dem 08.10.2021 gibt es auch eine Version des Leitfadens für Patienten.

Wann liegt Berufsunfähigkeit wegen „Long Covid“ vor?

Grundsätzlich kann ein Versicherungsnehmer auch wegen einer Corona-Erkrankung berufsunfähig werden, wenn die typischen Voraussetzungen der Berufsunfähigkeit erfüllt sind:

  • Krankheit oder Kräfteverlust
  • 50% Berufsausfall
  • Vorrausichtlich auf Dauer
  • Keine Verweisbarkeit

Die Berufsunfähigkeit im Sinne der privaten Versicherung ist nicht auf bestimmte Krankheitsbilder beschränkt. Ausnahmen können sich jedoch ergeben, wenn im Versicherungsvertrag bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen sind. Denkbar sind hier Lungenerkrankungen bzw. auch psychische Erkrankungen. Umso wichtiger ist es bei Antragsstellung bei Berufsunfähigkeit wegen Depression oder anderer psychischer Erkrankungen wie Angststörungen den Versicherungsvertrag genau zu prüfen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass eine Leistungsablehnung der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht wegen des Fehlens einer konkreten Diagnose erfolgen kann, denn eine gesicherte Krankendiagnose ist bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht erforderlich. Erforderlich ist die exakte Darlegung der gesundheitlichen Einschränkungen und der plausible Nachweis einer 50% Leistungsminderung auf den zuletzt ausgeübten Beruf.

Wir helfen Ihnen als Post-Covid Patient Ihre Ansprüche auf Berufsunfähigkeitsrente und Beitragsbefreiung anzumelden und durchzusetzen.

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